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CentOS: Netzwerk einrichten

Die Netzwerkkonfiguration für einen KVM V-Server auf dem ein CentOS System läuft, kann relativ schnell durchgeführt werden.

Dieses Guide geht davon aus, dass bereits eine lauffähige CentOS Installation auf dem KVM V-Server vorhanden ist. Sollte der Server noch nicht installiert worden sein, so schließe diesen Schritt bitte zuerst ab. Die Installation kann einfach durchlaufen werden ohne Netzwerkkonfiguration. Sämtliche Konfigurationsschritte, die mit dem Netzwerk zu tun haben, können daher einfach übersprungen werden. Sofern Fragen zur Installation bestehen, wende Dich bitte an unseren Support.

1. Interface Dateien bearbeiten

Die Netzwerk Konfigurationsdateien unter CentOS befinden sich im Verzeichnis /etc/sysconfig/network-scripts und beginnen alle mit ifcfg- im Dateinamen. Je nachdem wie viele IP-Adressen Dein Server besitzt, musst Du unterschiedlich viele Dateien bearbeiten. Jede IP-Adresse muss in ihrer dafür vorgesehenen Interface Datei konfiguriert werden. Bevor wir anfangen, solltest Du Dich erstmal versichern, welche Interfaces konfiguriert werden müssen. Tippe dazu bitte den folgenden Befehl auf der Kommandozeile ein:

ip a

Die Ausgabe listet Dir jetzt mindestens zwei Interfaces auf. Einmal das Interface mit dem Namen lo, welches wir ignorieren können und Interfaces, die mit dem Namen ens beginnen und mit einer Ziffer enden. Die Interfaces mit ens im Namen müssen jetzt bearbeitet werden.

Die nachfolgenden Schritte müssen für jedes einzelne Interface durchgeführt werden. Wenn Dein Server also mehr als eine IP-Adresse besitzt, dann wiederhole bitte die nachfolgenden Schritte für jedes Interface und seiner zugewiesenen IP-Adresse.

Öffne zunächst mit dem vorinstalliertem Texteditor vi die Interface Datei von allen vorhandenen Interfaces (außer für das Interface lo). Der Platzhalter [INTERFACE_NAME] muss selbstverständlich mit dem Namen des Interfaces ersetzt werden:

vi /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-[INTERFACE_NAME]

Mit der Taste i kannst Du in den Bearbeitungsmodus wechseln. Jetzt kannst Du die Datei bearbeiten. Bitte bearbeite die Datei so, dass folgende Werte bei den Feldern gesetzt sind (es kann sein, dass manche Felder erst angelegt werden müssen, sofern sie fehlen):

BOOTPROTO=static
ONBOOT=yes
IPADDR=[ERSETZEN_MIT_IP_ADRESSE_VOM_INTERFACE]
NETMASK=[ERSETZEN_MIT_SUNETZMASKE_VON_IP_ADRESSE]
GATEWAY=[ERSETZEN_MIT_GATEWAY_IP_VOM_SERVER]
DNS1=8.8.8.8

(Bitte lösche alle anderen zusätzlichen Felder nicht aus der Datei raus!)

Wir bedienen uns an dem DNS Server von Google für die Hostnamen Auflösung. Es kann allerdings jeder beliebige DNS Server verwendet werden, sofern man nicht den von Google nutzen möchte.

Wenn Du alle Änderungen getätigt hast, dann drücke jetzt ESC und gebe dann :x ein, um die Änderungen zu speichern und die Datei zu schließen. Wiederhole nun diesen Schritt für jedes Interface, sofern Dein Server über mehr als eine IP-Adresse verfügt.

3. Netzwerk starten

Um alle Netzwerk Interfaces zu starten, rufe bitte folgenden Befehl für jedes Netzwerk Interface (außer lo) auf:

ifup [INTERFACE_NAME]

3. Anpassung der /etc/sysctl.conf Datei

Dieser Schritt ist nur erforderlich, wenn Dein Server mehr als eine IP-Adresse besitzt. Kunden mit nur einer IP-Adresse sollten bereits jetzt eine funktionierende Netzwerkverbindung haben.
Wenn Du mehr als eine IP-Adresse besitzt, dann solltest Du jetzt erstmals das Problem haben, das nur eine der konfigurierten IP-Adressen eine Antwort auf einen ping zurück liefert. Dies ist bis jetzt noch normal, allerdings muss dies natürlich noch geändert werden. Bitte öffne die Datei /etc/sysctl.conf mit einem Editor wie nano oder vim und mit sudo Privilegien. Bitte trage die nachfolgenden Änderungen ans Ende dieser Datei ein:

net.ipv4.conf.default.rp_filter = 2
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 2

Speichere nun die Datei ab und gib auf der Kommandozeile den folgenden Befehl ein, um die Änderungen aktiv zu machen:

sudo sysctl -p

Das Netzwerk sollte jetzt auf Deinem Server voll funktionsfähig sein.