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Ubuntu: Netzwerk einrichten

Solltest Du Dich für Linux Ubuntu als Distribution für Deinen KVM V-Server entscheiden, kann die Netzwerkverbindung in wenigen Schritten, über eine Verbindung zu dem bereitgestellten VNC Server, eingerichtet werden.

Dieses Guide geht davon aus, dass bereits eine lauffähige Ubuntu Installation auf dem KVM V-Server vorhanden ist. Sollte der Server noch nicht installiert worden sein, so schließe diesen Schritt bitte zuerst ab. Die Installation kann einfach durchlaufen werden ohne Netzwerkkonfiguration. Sämtliche Konfigurationsschritte, die mit dem Netzwerk zu tun haben, können daher einfach übersprungen werden. Sofern Fragen zur Installation bestehen, wende Dich bitte an unseren Support.

1. Netzwerkschnittstellen ermitteln

Je nachdem wie viele IP-Adressen Deinem KVM V-Server zur Verfügung stehen, hast Du unterschiedlich viele Netzwerkschnittstellen. Jede IP-Adresse ist an eine Schnittstelle gebunden. Mit folgendem Kommandozeilen Befehl, kannst Du Dir Deine Netzwerkschnittstellen auflisten:

ip a

Die Ausgabe kann wie folgt aussehen:

1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
    link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    inet 127.0.0.1/8 scope host lo
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 ::1/128 scope host
       valid_lft forever preferred_lft forever
2: ens3: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc noop state DOWN group default qlen 1000
    link/ether [MAC_ADDRESS_1] brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
3: ens4: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc noop state DOWN group default qlen 1000
    link/ether [MAC_ADDRESS_2] brd ff:ff:ff:ff:ff:ff

Am Anfang steht immer der Schnittstellen Name. Die Schnittstelle lo kann ignoriert werden - alle anderen Schnittstellen müssen konfiguriert werden, sofern Du alle IP-Adressen nutzen möchtest.

2. Netzwerkschnittstellen konfigurieren

Seit Ubuntu Version 17.10 übernimmt das Programm netplan die Netzwerkkonfiguration für Ubuntu Distributionen. Die Konfigurationsdateien von netplan befinden sich in /etc/netplan. Öffne nun mit dem Editor nano oder vim die 50-cloud-init.yaml Datei (z.B. sudo nano /etc/netplan/50-cloud-init.yaml). Das ist die Standardkonfiguration, die wir jetzt anpassen müssen. Schreibe nun bitte folgendes in die Datei rein:

network:
    ethernets:
        ens3:
            addresses:
                    - DEINE_PRIMAERE_IP_ADRESSE/32
            dhcp4: false
            nameservers:
                    addresses:
                            - 8.8.8.8
                    search: []
            optional: false
            routes:
                    - to: 0.0.0.0/0
                      via: GATEWAY_IP
                      on-link: true
        ens4:
            addresses:
                    - DEINE_ZWEITE_IP_ADRESSE/32
            dhcp4: false
            optional: false
    version: 2

Bitte passe ens3 und ens4 an, sofern die Netzwerkschnittstellen bei Dir anders heissen. Solltest Du nur über eine IP-Adresse verfügen, so kannst Du den Abschnitt mit ens4 löschen. Wenn Du mehr als zwei IP-Adressen besitzt, so musst Du den Abschnitt ens4, für jede weitere Schnittstelle kopieren (siehe Schritt 1) und dementsprechend den Schnittstellennamen anpassen.

Bitte ersetze die Platzhalter mit den Informationen aus unserem Kundencenter. Die KVM V-Server Seite im Kundencenter zeigt Dir die Gateway-IP an, die Du nutzen musst und listet Dir alle Dir zur Verfügung stehenden IP-Adressen mit ihren MAC-Adressen auf.

Bitte stelle sicher, dass Du die richtigen IP-Adressen für die jeweils vorhandenen Netzwerkschnittstellen konfigurierst. Dies kannst Du sicherstellen, indem Du mit dem ip a Kommando, (wie in Schritt 1 gezeigt) die MAC-Adressen mit den jeweils angezeigten MAC-Adressen im Kundencenter vergleichst und so eine IP-Adresse einer Netzwerkschnittstelle zuordnest.

Rufe noch bitte den nachfolgenden Befehl auf, um zu testen, dass die von Dir eingetippte Netzwerkkonfiguration keine syntaktischen Fehler aufweist.

sudo netplan try

Du kannst dann mit der Taste ENTER die Konfiguration übernehmen. Du solltest jetzt auf dem Server die Möglichkeit haben, einen anderen Server anzupingen. Rufe dazu bitte folgenden Befehl auf:

ping hostrado.com

Du solltest nun von dem Server hostrado.com eine Antwort erhalten.

In diesem Guide verwendeten wir den Nameserver von Google, um DNS-Namen aufzulösen. Wenn Du einen anderen Nameserver verwenden möchtest, dann ersetze bitte die IP-Adresse 8.8.8.8 in der /etc/netplan/50-cloud-init.yaml Datei, mit der von einem anderen Nameserver.

3. Anpassung der /etc/sysctl.conf Datei

Dieser Schritt ist nur erforderlich, wenn Du eine Ubuntu Version unter 19.x und mehr als eine IP-Adresse verwendest. Kunden mit nur einer IP-Adresse sollten bereits jetzt eine funktionierende Netzwerkverbindung haben.
Wenn Du mehr als eine IP-Adresse besitzt, dann solltest Du jetzt erstmals das Problem haben, das nur eine der konfigurierten IP-Adressen eine Antwort auf einen ping zurück liefert. Dies ist bis jetzt noch normal, allerdings muss dies natürlich noch geändert werden. Bitte öffne die Datei /etc/sysctl.conf mit einem Editor wie nano oder vim und mit sudo Privilegien. Bitte trage die nachfolgenden Änderungen ans Ende dieser Datei ein:

net.ipv4.conf.default.rp_filter = 2
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 2

Speichere nun die Datei ab und gib auf der Kommandozeile den folgenden Befehl ein, um die Änderungen aktiv zu machen:

sudo sysctl -p

Das Netzwerk sollte jetzt auf Deinem Server voll funktionsfähig sein.